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Guten Tag, heute ist der 21.08.2019

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Zum 8. Mal drehen wir vom 13.-15. September 2019 in Bad Grönenbach die Zeit an den Beginn des 16. Jahrhunderts zurück. In eine Zeit als die leibeigenen und unterdrückten Bauern in Memmingen ihre Forderungen in den 12 Bauernartikeln manifestierten und sich auch in Süddeutschland und der Schweiz gegen Adel und Geistlichkeit erhoben um ihre altüberlieferten Rechte einzufordern und ein menschenwürdiges und gottesfürchtiges Leben führen zu können... 

Wir freuen uns auf alle Mitwirkenden und Besucher! - Kommen, dabei sein und weitersagen! 

Erlebbare Geschichte, Unterhaltung und ein Stückchen Fantasie, dazu mittelalterliche Musik und Gaumenfreuden für Große und Kleine, Gaukeley und Feuerspektakel, wehrhafte Bauern, stolze Landsknechte und viel Trossvolk, das ist das Rezept für die Veranstaltung, welche seit Jahren viel Besucher nach Bad Grönenbach lockt.    

Freitagabend, 13. September 18 bis 24 Uhr "Nacht der Spielleuth und des Feuers"

Flackernde Lichter, faszinierende Gerüche und Geräusche – eine fulminante Nachtshow steht bevor. Intensive, berauschende und mystische Eindrücke schärfen die Sinne der Besucher. Mittendrin tummeln sich Marktleute, Gaukler, Musikanten, Komödianten und Feuerjongleure.  

Diesen magischen Abend begleiten die Boehemian Bards, Spielleuth aus Tschechien; Trommler und Dudelsackspieler vom Fähnlein Schertlin aus Mindelheim und die Kaiser-Maximilian-Trommler aus Kaufbeuren. Gaukler, Possenreißer und Feuerkünstler von Un Poco Loco, Lux Aeterna, Gwen Flammenspiel und Talida Feuerfunke, das Theater Oberon und viele andere mehr.

Eine Feuershow der anderen Art zeigt Hephaistos die Schmiedezunft!

Für die "Nacht der Spielleuth und des Feuers" am Freitagabend gelten ermäßigte Preise.   


Freitag, 13. September 18 bis 24 Uhr 
Samstag, 14. September 12 bis 24 Uhr und 
Sonntag, 15. September 11 bis 18 Uhr
  

Ein bunter Haufen aus wehrhaften Bauern, Landsknechten, Mannsbildern jedes Stands und auch viel Weibsvolk belagert das Schloss Grönenbach. Bewaffnet mit Kanonen, Handrohren, Spießen, Dreschflegeln, Mistgabeln und Sensen wollen sie Rechte für sich und die ihren beim Schlossherrn einfordern. 

Zur Versorgung dient der bunte mittelalterliche Markt, mit vielen Marktständen und Händlern und Handwerkern aus allen Landen Wirte und Köche verwöhnen den Besucher mit süßen und deftigen Pfannkuchen, Deftigem aus der heimischen Bratpfanne, aus dem Backofen und vom Blech, Elsässer Flammlachs, kühlem Gerstensaft und vielerlei anderem Gebräu. Stelzenläufer, Artisten, Jongleure, Zauberer und Possenreißer, Spielleuth mit Sackpfeife, Flöte, Leier und Trommel und viele andere entführen Große und Kleine das ganze Wochenende in Ihre mittelalterliche Welt.   

Alle Informationen unter www.anno1525.de  und www.facebook.com/ANNO1525.

70 Jahre Menschenrechte – und ihre Vorläufer in der Region

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, heißt es in der Erklärung der Menschenrechte, die heute vor 70 Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. „Darum erfindet sich mit der Schrift, dass wir frei sind und sein wollen“, heißt es in den Zwölf Artikeln, die Bauern vor 493 Jahren in Memmingen aufstellten. Die Menschenrechte – eine Erfindung aus der Region also? Tatsächlich gelten die „Bauern-Artikel“, wie in Bayern zu lesen, als erste derartige Niederschrift in Europa und fanden als Flugblätter wie oben abgebildet rasend Verbreitung. Der Aufstand gegen die Obrigkeiten aber wurde blutig niedergeschlagen. Und wie im Feuilleton steht, sind sie auch heute, 493 Jahre nach Memmingen und 70 Jahre nach der UN-Charta, nicht selbstverständlich, die Rechte des Menschen.

Wer hat’s erfunden?

Wie in Memmingen die Menschenrechte erfunden wurden

Freiheit Im März 1525 verfassten Bauernvertreter zwölf Forderungen. Die Artikel waren die erste Niederschrift, die Menschenwürde mit Freiheitsrechten verband

(Allgäuer Zeitung 10.12.2018, Anja Ringel) Sie wollten keine Leibeigenen mehr sein. Sie forderten, dass Strafen ausschließlich von einem unabhängigen Gericht verhängt werden. Und sie wollten das Recht haben, ihren Pfarrer wählen und absetzen zu dürfen. Im März 1525 verabschieden schwäbische Bauernvertreter in der Memminger Kramerzunft zwölf Artikel mit ihren Forderungen. „Obwohl die Ideen damals blutig und brutal niedergemetzelt wurden, haben sie weitergelebt“, sagt Herbert Müller, Vorsitzender des Kuratoriums „Memminger Freiheitspreis 1525“.

Die zwölf Bauernartikel aus Memmingen gelten für viele Historiker als Vorreiter der heutigen Menschen- und Freiheitsrechte, denen immer am 10. Dezember gedacht wird. 1948 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen an ebendiesem 10. Dezember die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beschlossen.

„Die Bauernartikel waren die erste Niederschrift – lange vor der Französischen Revolution und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung –, die Menschenwürde mit Freiheitsrechten verbunden hat“, sagt der Kuratoriumsvorsitzende. Er betont, dass die Bauern keinesfalls zu Gewalt, sondern zum Dialog aufriefen. „Geplante Dialogforen mit der Obrigkeit sind dann jedoch grausam niedergeschlagen worden“, sagt Müller.

Dass die Zwölf Artikel entstanden sind, hing laut Müller mit der Übersetzung der Bibel ins Deutsche zusammen. „Dadurch konnten die Bauern zum ersten Mal lesen, dass alle Menschen gleich sind“, erklärt er. Dank Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks haben Bauern im ganzen Land Flugblätter mit den Zwölf Artikeln drucken lassen. Insgesamt wurden 25 000 Flugblätter verteilt. „Das war damals eine Sensation“, sagt Müller. „Das ist, als gäbe es plötzlich 5G-Standard in ganz Deutschland.“

Während den Bauernartikeln in Deutschland lange Zeit wenig Beachtung geschenkt wurde, sah das im Ausland ganz anders aus. Müller erinnert sich an eine Reise nach Washington Mitte der 90er Jahre. An der Georgetown-Universität habe ihn die Vizepräsidentin sofort unterbrochen, als sie seinen Heimatort erfuhr, und sagte: „Memmingen, das ist die Stadt der zwölf Bauernartikel.“

Um an die Bauernartikel zu erinnern, gibt es seit 2005 den „Memminger Freiheitspreis 1525“. Alle vier Jahre werden Persönlichkeiten und Institutionen ausgezeichnet, die sich für Freiheit, Recht und Gerechtigkeit einsetzen. 2016 ging der Preis an den katholischen Bischof Erwin Kräutler. Der Österreicher setzt sich für die Menschenrechte der brasilianischen Indios und die Erhaltung des tropischen Regenwaldes im Amazonas-Gebiet ein.

Die Bauern kamen lange vor der Französischen Revolution.


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